Ist kalter Nikotin­entzug gefährlich?

ist kalter nikotinentzug gefaehrlich
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Ein Beitrag von Patrik Kohl

Tabakabhängigkeit ist ein echtes Phänomen und das in Zigaretten enthaltene Nikotin ist eine der am stärksten süchtig machenden Substanzen der Welt. Aber wussten Sie, dass es sogar gefährlich sein kann, ohne jegliche Unterstützung mit dem Rauchen aufzuhören? In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie über den kalten Nikotinentzug wissen müssen.

Bevor wir starten: Mit dem Rauchen aufzuhören ist schon schwer genug, wenn man nicht auch noch die Gefahren des kalten Nikotinentzugs in Kauf nimmt. Wenn Sie versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, tun Sie sich selbst einen Gefallen und suchen Sie sich Unterstützung.

Egal ob von Ihrem Arzt, einem Therapeuten, einem Suchtberater oder einer Selbsthilfegruppe. Die Hinzunahme eines Experten wird Ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen.

Was ist ein kalter Nikotinentzug?

Es ist kein Geheimnis, dass Nikotin eine süchtig machende Substanz ist. In der Tat ist die Nikotinsucht eine der am schwersten zu beseitigenden Süchte. Das liegt daran, dass es neben der psychischen Abhängigkeit, die mit dem Rauchen einhergeht, auch eine körperliche Abhängigkeit gibt. Und wenn Raucher versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, kommt es häufig zu einem Phänomen, das als „kalter Entzug“ bezeichnet wird.

Ein kalter Entzug liegt vor, wenn eine nikotinsüchtige Person abrupt aufhört, die Substanz zu konsumieren. Dies kann zu einer Reihe von unangenehmen und sogar gefährlichen Neben­wirkungen führen. Deshalb ist es wichtig, sich der Risiken des kalten Entzugs bewusst zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, um diese Risiken zu minimieren, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten.

Gefahren des kalten Nikotinentzugs

Es gibt eine Reihe von möglichen Gefahren, die mit dem kalten Entzug von Nikotin verbunden sind. Dazu gehören unter anderem folgende gesundheitliche Risiken:

  • Herzprobleme: Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, können sich Ihr Blutdruck und Ihre Herzfrequenz erhöhen, was eine Belastung für Ihr Herz darstellen kann. In einigen Fällen kann dies zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen.
  • Verdauungsprobleme: Rauchen beschleunigt den Verdauungsprozess, indem es die Magensäureproduktion erhöht. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, sinkt Ihr Magensäurespiegel, was zu Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen führen kann.
  • Atemwegsprobleme: Rauchen schädigt die Flimmerhärchen (winzige Härchen) in der Lunge, die dazu beitragen, Schleim und andere Partikel aus der Atemluft zu entfernen. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, beginnen Ihre Flimmerhärchen wieder zu wachsen, was zu Husten und einem erhöhten Risiko von Atemwegsinfektionen führen kann.
  • Psychische Probleme: Die Raucherentwöhnung kann zu Angstzuständen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwierigkeiten führen. In einigen Fällen kann sie auch Symptome einer Depression auslösen.

Neben den Risiken eines kalten Entzugs, treten häufig eine oder mehrere Symptome bei einer Nikotinabstinenz auf. Die 5 häufigsten Entzugs­erscheinungen finden Sie in diesem Beitrag.

Wie Sie die Risiken des kalten Entzugs minimieren

Ein kalter Entzug ist grundsätzlich nicht zu empfehlen. Sollten Sie sich dennoch zu diesem drastischen Schritt entscheiden, können Sie folgendes tun, um die Risiken zu minimieren:

  • Machen Sie einen Plan: Ein kalter Entzug wird eher erfolgreich sein, wenn Sie einen Plan haben. Dieser Plan sollte Dinge wie die Festlegung eines Termins für den Ausstieg, die Wahl alternativer Stress­bewältigungs­mechanismen (z.B. Sport) und die Bevorratung mit gesunden Snacks beinhalten.
  • Bleiben Sie beschäftigt: Um erfolgreich Nichtraucher zu werden, ist es wichtig, sich nicht mit der Tatsache zu beschäftigen, dass Sie nicht rauchen. Suchen Sie sich eine Aktivität, die Ihnen Spaß macht, und gehen Sie ihr regelmäßig nach. Das kann alles sein, egal ob Lesen oder Spazierengehen.
  • Holen Sie sich Unterstützung: Der Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, ist schwer genug; versuchen Sie nicht, es allein zu schaffen. Holen Sie sich stattdessen Unterstützung von Familie und Freunden oder schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe für Menschen an, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Wenn Sie andere haben, die das Gleiche durchmachen wie Sie, wird der Prozess leichter und weniger isolierend sein.
  • Nehmen Sie einen Tag nach dem anderen: Die Raucherentwöhnung ist ein langfristiger Prozess. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie hier und da eine Willensschwäche haben. Konzentrieren Sie sich darauf, jeden Tag ohne Rauchen zu überstehen, und ver­trauen Sie darauf, dass aus diesen Tagen schließlich Wochen, Monate und Jahre werden.

Alternativen zum kalten Nikotinentzug

Es gibt kein Patentrezept für die Raucherentwöhnung und was für den einen funktioniert, muss nicht unbedingt für den anderen gelten. Aber mit der Hilfe eines Rauchstopp-Experten, ein wenig Planung und wenn Sie sich ein wenig Mühe geben, können Sie Ihre Chancen erhöhen, endgültig mit dem Rauchen aufzuhören.

Hierzu stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, Hilfsmittel und Methoden zur Verfügung. Die beliebtesten Ansätze, um das Rauchen erfolgreich zu beenden, sind folgende:

  • Langsame Reduktion der täglich gerauchten Zigaretten
  • Umstieg auf weniger schädliche Alternativen wie E-Zigaretten
  • Verwendung von Nikotinersatz­produkten wie Pflaster oder Kaugummis
  • Raucherentwöhnung per Rauchfrei Spritze ins Ohr
  • Raucherentwöhnung per Hypnose

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